{"id":1236,"date":"2020-03-31T11:00:00","date_gmt":"2020-03-31T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.niederoesterreichbahnen.at\/?p=1236"},"modified":"2023-11-19T08:06:04","modified_gmt":"2023-11-19T07:06:04","slug":"heisse-naechte-beim-einheizen-der-dampflok-mh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.noevog.at\/index.php\/2020\/03\/31\/heisse-naechte-beim-einheizen-der-dampflok-mh\/","title":{"rendered":"Es wird hei\u00df: Anheizen der Dampflok Mh.1"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Bevor unsere Dampflokomotiven zu ihren beliebten Ausfahrten antreten k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie fachgerecht angeheizt werden. Dies geschieht meist \u00fcber Nacht und erfordert neun bis zehn Stunden Zeit und geh\u00f6rig Fingerspitzengef\u00fchl. Unsere Kollegen der <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Waldviertelbahn (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.waldviertelbahn.at\" target=\"_blank\">Waldviertelbahn<\/a> haben das Anheizen der Dampflok Mh. 1 mit der Kamera begleitet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:29px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Je nach geplanter Abfahrtszeit der Dampflok startet der Vorheizer um Mitternacht oder drei Uhr morgens seinen Arbeitstag. Er \u00fcberpr\u00fcft die Dampflok bei einem ersten Rundgang auf ihre Betriebsf\u00e4higkeit, kontrolliert die Rauchkammer und den Wasserstand. Wenn alles passt, dann schaufelt er etwas Kohle in die Feuerbox und heizt diese mit Holz an. Wichtig: Anfangs darf nur mit einer kleinen Menge Kohle angew\u00e4rmt werden. Denn wird der Dampfkessel zu schnell warm, kann er Risse bekommen. Eine Reparatur wiederum ist enorm kostspielig und langwierig. Da Dampflokomotiven eigentlich als klassische Leistungsmaschinen konzipiert sind und dauerhaft und ohne lange Unterbrechungen im Einsatz sein sollten,  verkraften sie gro\u00dfe Temperaturspr\u00fcnge nicht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:24px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1240\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Kontrolle-Rauchkammer_Frantes-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1240\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1238\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Kontrolle-Wasserstand_Frantes-neu-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1238\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1239\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Anheizen_Frantes-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1239\"\/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Nach der Kontrolle der Rauchkammer (links) und des Wasserstandes (Mitte) wird die Feuerbox angeheizt (rechts).  \u00a9NB\/Frantes<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:28px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Drei bis vier Stunden wird der Kessel langsam und unter st\u00e4ndiger Kontrolle vorgew\u00e4rmt, der Druck steigt dabei kontinuierlich auf ein bis zwei Bar. In der Zwischenzeit wird die Dampflok geputzt und komplett geschmiert. Nach weiteren vier bis f\u00fcnf Stunden ist das Feuer in der Feuerbox entwickelt und der Druck n\u00e4hert sich den mindestens ben\u00f6tigten zehn Bar (Betriebsdruck sind dreizehn Bar). Heizer und Lokf\u00fchrer \u00fcberpr\u00fcfen die Lok nun nochmal auf ihre Diensttauglichkeit und starten mit der Bekohlung. Der Vorheizer ist kann zu diesem Zeitpunkt seine Schicht beenden. Ist die Dampflokomotive unter Betriebsdruck wird sie an die Waggons gekuppelt und in den Bahnhof \u00fcberstellt. Dann ist es endlich soweit: Die G\u00e4ste steigen ein und die Dampflok pfeift zur Abfahrt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:22px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1242\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Anheizen-2_Frantes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1242\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1241\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Druck-vorhanden_Frantes.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1241\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"1247\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Brennkammer-im-Vollbrand_Frantes-1-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1247\"\/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"> Ist der Betriebsdruck erreicht, ist die Dampflok bereit zur Abfahrt.  \u00a9NB\/Frantes <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:26px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Fahrt muss der Lokf\u00fchrer nicht nur die Signale auf der Strecke beachten, er kontrolliert auch regelm\u00e4\u00dfig den Druck des Kessels der Lokomotive. Der Heizer schaufelt kontinuierlich Kohle nach und speist Wasser zu \u2013 bei den Haltestellen Alt Nagelberg, Steinbach-Bad Gro\u00dfpertholz und Bruderndorf stehen eigene Wasserkr\u00e4ne zur Erg\u00e4nzung der Wasservorr\u00e4te zur Verf\u00fcgung. Bei jedem Halt wird die Lok nachgeschmiert und drei bis vier Mal Wasser genommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach ihrer Ausfahrt wird die Dampflok wieder ins Heizhaus \u00fcberstellt. Vorher wird der Aschkasten beziehungsweise die Rauchkammer ausger\u00e4umt. Dies geschieht nacheinander, damit nicht zu viel kalte Luft in den Kessel gelangt und dieser zu schnell ausk\u00fchlt. Merken die Kollegen, dass er zu schnell k\u00fchlt, wird bei Bedarf ein Ruhefeuer gelegt. Der Kesseldruck sinkt dann langsam. Danach werden alle Teile gereinigt, alle Ventiele geschlossen und \u00fcberpr\u00fcft, ob sich die Steuerung in 0-Stellung befindet. Anschlie\u00dfend werden , die Lichtmaschine, Zylinder und eventuelle auch die Heizung entw\u00e4ssert. Die Wasserst\u00e4nde werden durchgeblasen und abgesperrt. Zum Schluss geht einer der Kollegen rund um die Dampflok und pr\u00fcft das Triebwerk, Achsen und Bremsen auf Sicht auf Besch\u00e4digungen bzw. Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten, damit diese bis zum n\u00e4chsten Einsatz durch unsere Werkst\u00e4tte besichtigt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:27px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-very-light-gray-background-color has-background\"><em><strong>Gesamt werden bei einer Ausfahrt von Gm\u00fcnd nach Gro\u00df Gerungs und retour rund eine Tonne Kohle verheizt und zwischen 10.000 und 12.000 Liter Wasser getankt.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:35px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Neuigkeiten von den Nieder\u00f6sterreich Bahnen regelm\u00e4\u00dfig ins Postfach? 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Dies geschieht meist \u00fcber Nacht und erfordert neun bis zehn Stunden Zeit und geh\u00f6rig Fingerspitzengef\u00fchl. Unsere Kollegen der Waldviertelbahn haben das Anheizen der Dampflok Mh. 1 mit der Kamera begleitet. Je nach geplanter Abfahrtszeit der Dampflok startet der Vorheizer um Mitternacht oder drei Uhr morgens seinen Arbeitstag. Er \u00fcberpr\u00fcft die Dampflok bei einem ersten Rundgang auf ihre Betriebsf\u00e4higkeit, kontrolliert die Rauchkammer und den Wasserstand. Wenn alles passt, dann schaufelt er etwas Kohle in die Feuerbox und heizt diese mit Holz an. Wichtig: Anfangs darf nur mit einer kleinen Menge Kohle angew\u00e4rmt werden. Denn wird der Dampfkessel zu schnell warm, kann er Risse bekommen. Eine Reparatur wiederum ist enorm kostspielig und langwierig. Da Dampflokomotiven eigentlich als klassische Leistungsmaschinen konzipiert sind und dauerhaft und ohne lange Unterbrechungen im Einsatz sein sollten, verkraften sie gro\u00dfe Temperaturspr\u00fcnge nicht. Drei bis vier Stunden wird der Kessel langsam und unter st\u00e4ndiger Kontrolle vorgew\u00e4rmt, der Druck steigt dabei kontinuierlich auf ein bis zwei Bar. In der Zwischenzeit wird die Dampflok geputzt und komplett geschmiert. Nach weiteren vier bis f\u00fcnf Stunden ist das Feuer in der Feuerbox entwickelt und der Druck n\u00e4hert sich den mindestens ben\u00f6tigten zehn Bar (Betriebsdruck sind dreizehn Bar). Heizer und Lokf\u00fchrer \u00fcberpr\u00fcfen die Lok nun nochmal auf ihre Diensttauglichkeit und starten mit der Bekohlung. Der Vorheizer ist kann zu diesem Zeitpunkt seine Schicht beenden. Ist die Dampflokomotive unter Betriebsdruck wird sie an die Waggons gekuppelt und in den Bahnhof \u00fcberstellt. Dann ist es endlich soweit: Die G\u00e4ste steigen ein und die Dampflok pfeift zur Abfahrt. W\u00e4hrend der Fahrt muss der Lokf\u00fchrer nicht nur die Signale auf der Strecke beachten, er kontrolliert auch regelm\u00e4\u00dfig den Druck des Kessels der Lokomotive. Der Heizer schaufelt kontinuierlich Kohle nach und speist Wasser zu \u2013 bei den Haltestellen Alt Nagelberg, Steinbach-Bad Gro\u00dfpertholz und Bruderndorf stehen eigene Wasserkr\u00e4ne zur Erg\u00e4nzung der Wasservorr\u00e4te zur Verf\u00fcgung. Bei jedem Halt wird die Lok nachgeschmiert und drei bis vier Mal Wasser genommen. Nach ihrer Ausfahrt wird die Dampflok wieder ins Heizhaus \u00fcberstellt. Vorher wird der Aschkasten beziehungsweise die Rauchkammer ausger\u00e4umt. Dies geschieht nacheinander, damit nicht zu viel kalte Luft in den Kessel gelangt und dieser zu schnell ausk\u00fchlt. Merken die Kollegen, dass er zu schnell k\u00fchlt, wird bei Bedarf ein Ruhefeuer gelegt. Der Kesseldruck sinkt dann langsam. Danach werden alle Teile gereinigt, alle Ventiele geschlossen und \u00fcberpr\u00fcft, ob sich die Steuerung in 0-Stellung befindet. Anschlie\u00dfend werden , die Lichtmaschine, Zylinder und eventuelle auch die Heizung entw\u00e4ssert. Die Wasserst\u00e4nde werden durchgeblasen und abgesperrt. Zum Schluss geht einer der Kollegen rund um die Dampflok und pr\u00fcft das Triebwerk, Achsen und Bremsen auf Sicht auf Besch\u00e4digungen bzw. Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten, damit diese bis zum n\u00e4chsten Einsatz durch unsere Werkst\u00e4tte besichtigt werden k\u00f6nnten. Gesamt werden bei einer Ausfahrt von Gm\u00fcnd nach Gro\u00df Gerungs und retour rund eine Tonne Kohle verheizt und zwischen 10.000 und 12.000 Liter Wasser getankt. Mehr Neuigkeiten von den Nieder\u00f6sterreich Bahnen regelm\u00e4\u00dfig ins Postfach? 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