{"id":1817,"date":"2020-09-30T08:45:00","date_gmt":"2020-09-30T06:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.niederoesterreichbahnen.at\/?p=1817"},"modified":"2023-11-19T21:07:06","modified_gmt":"2023-11-19T20:07:06","slug":"oesterreichweit-erste-vts-niederoesterreich-bahnen-setzen-neuen-standard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.noevog.at\/index.php\/2020\/09\/30\/oesterreichweit-erste-vts-niederoesterreich-bahnen-setzen-neuen-standard\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreichweit erste VTS: Nieder\u00f6sterreich Bahnen setzen neuen Standard"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Pilotprojekt &#8222;Vereinfachte Technische Sicherungsanlage&#8220; ist nicht nur ein Meilenstein im Zukunftsprogramm unserer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.citybahn.at\" target=\"_blank\">Citybahn Waidhofen<\/a>, es ist auch eine moderne und revolution\u00e4re Rotlichtanlage, die Einzug in die Neufassung der Eisenbahnkreuzungsverordnung finden soll. Durch die moderne Bauweise sparen wir Kosten und Zeit, bei gleichbleibender Sicherheit f\u00fcr die Verkehrsteilnehmer*innen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Foto-2_cNB_Lechner-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1821\"\/><figcaption>Mobilit\u00e4tslandesrat Ludwig Schleritzko, Martin Hoffer vom \u00d6AMTC, Nieder\u00f6sterreich Bahnen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Barbara Komarek, Laurenz Trunner von EBE Solutions, B\u00fcrgermeister Werner Krammer und Stadtrat Erich Leonhartsberger bei der Pr\u00e4sentation der neuen VTS in Waidhofen an der Ybbs. \u00a9NB\/Lechner<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Die &#8222;Vereinfachte Technische Sicherungsanlage&#8220; (VTS) wurde in den vergangenen Monaten in enger Zusammenarbeit mit der Firma <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.ebe-solutions.at\/de\/ebe-rail\" target=\"_blank\">EBE Solutions<\/a> erarbeitet. Technisch unterscheidet sich die VTS nicht von anderen Rotlichtanlagen, da dieselben Komponenten (Lichtzeichen, Radsensoren, Rechnertechnik) eingesetzt werden. Das Konzept der VTS erm\u00f6glicht aber, wesentlich weniger davon zu verbauen und trotzdem f\u00fcr die gleiche Sicherheit zu sorgen. Ob die VTS entsprechend <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=20007888\" target=\"_blank\">\u00a74, Absatz 3, der Eisenbahnkreuzungsverordnung 2012<\/a> von den Verkehrsteilnehmer*innen wahrgenommen wird, wurde vom \u00d6AMTC sowie dem Austrian Institute of Technology (AIT) in der Erprobungsphase eingehend gepr\u00fcft. Das Ergebnis ist eindeutig: Den Befragten vor Ort ist keine Abweichung zu einer bekannten Rotlichtanlage aufgefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun zur Technik. Die VTS kommt mit nur zwei statt (maximal) acht Lichtzeichen aus. Es wurde hier erstmals eine Anlage speziell f\u00fcr Eisenbahnkreuzungen entwickelt, wo eine kleinere Stra\u00dfe die Schienen kreuzt und die Sichtbarkeit durch wenige Lichtzeichen gegeben ist. Zus\u00e4tzlich wird auch bei der Ausschaltstelle nur ein Sensor (statt bisher zwei) eingesetzt. Dadurch entfallen die In-\/Output-Komponenten in der Innenanlage f\u00fcr die Lichtsignale und Sensoren. Durch viele kleine Einzelma\u00dfnahmen spart man am Energieverbrauch, was wiederum den Einsatz einer Photovoltaikanlage erm\u00f6glicht. Die VTS verf\u00fcgt \u00fcber eine gro\u00dfe, redundant ausgef\u00fchrte Batterie, die einen autarken Betrieb von bis zu 30 Betriebstagen ohne zwischenzeitliche Batterieladung erm\u00f6glicht. Ist an der Eisenbahnkreuzung Strom vorhanden, kann die VTS auch an eine bestehende Stromleitung angeschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Anlage_Ploiner-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1822\"\/><figcaption>Die neue &#8222;Vereinfachte Technische Sicherungsanlage&#8220; bei unserer Citybahn Waidhofen. \u00a9NB\/Ploiner<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Durch die Photovoltaikanlage und die Einsparung an technischen Komponenten sowie gesamt entfallenden Grabungsarbeiten, kostet die VTS nur 88.000 Euro und kann innerhalb einer Woche installiert werden. Bisher gebr\u00e4uchliche Rotlichtanlagen schlagen mit einer wesentlichen l\u00e4ngeren Bauzeit sowie Kosten von mindestens 180.000 Euro zu Buche. Die Kosteneinsparung kommt nicht nur uns als Bahnbetreiber zugute sondern auch den Stra\u00dfenerhaltern (meist Gemeinden), die rechtlich verpflichtet sind, die H\u00e4lfte der Kosten zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Innovativ an der neuen VTS ist das St\u00f6rungskonzept. Die VTS wird nicht wie bisher von der Betriebsf\u00fchrungszentrale in Laubenbachm\u00fchle geschalten, sondern vom Zug aus. Kann der Zug die VTS nicht ansteuern, tritt ein neuartiges Beschilderungssystem an der Strecke inkraft, demnach der Zug bei einer St\u00f6rung mit akustischen Signalen auf sich aufmerksam machen muss und die Eisenbahnkreuzung mit maximal 10 km\/h befahren darf. <\/p>\n\n\n\n<p>Die neue VTS geht am 1. Oktober bei der Eisenbahnkreuzung in der Rehsulz in den \u00fcberwachten Betrieb \u00fcber. Mit Fahrplanwechsel im Dezember werden noch zwei weitere VTS Anlagen entlang der Strecke unserer Citybahn Waidhofen in Betrieb gehen. \u201eMit der VTS Anlage schaffen wir eine Win-Win-Win Situation, denn wir k\u00f6nnen mehr Sicherungsanlagen zu geringeren Kosten errichten und sorgen dadurch f\u00fcr mehr Sicherheit an der Schnittstelle Schiene-Stra\u00dfe. Es gilt nun, die neuen VTS Anlagen in der neuen Verordnung f\u00fcr Eisenbahnkreuzungen als anerkannte Sicherungsart zu verankern. Hier hoffe ich auf einen starken Schulterschluss von Politik, Gemeinden und Interessensvertretungen\u201c, betont Nieder\u00f6sterreich Bahnen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Barbara Komarek.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Neuigkeiten von den Nieder\u00f6sterreich Bahnen regelm\u00e4\u00dfig ins Postfach? Hier f\u00fcr unseren Newsletter anmelden: <\/strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.noevog.at\/newsletter\" target=\"_blank\"><strong>Zur Anmeldung<\/strong><\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pilotprojekt &#8222;Vereinfachte Technische Sicherungsanlage&#8220; ist nicht nur ein Meilenstein im Zukunftsprogramm unserer Citybahn Waidhofen, es ist auch eine moderne und revolution\u00e4re Rotlichtanlage, die Einzug in die Neufassung der Eisenbahnkreuzungsverordnung finden soll. Durch die moderne Bauweise sparen wir Kosten und Zeit, bei gleichbleibender Sicherheit f\u00fcr die Verkehrsteilnehmer*innen. Die &#8222;Vereinfachte Technische Sicherungsanlage&#8220; (VTS) wurde in den vergangenen Monaten in enger Zusammenarbeit mit der Firma EBE Solutions erarbeitet. Technisch unterscheidet sich die VTS nicht von anderen Rotlichtanlagen, da dieselben Komponenten (Lichtzeichen, Radsensoren, Rechnertechnik) eingesetzt werden. Das Konzept der VTS erm\u00f6glicht aber, wesentlich weniger davon zu verbauen und trotzdem f\u00fcr die gleiche Sicherheit zu sorgen. Ob die VTS entsprechend \u00a74, Absatz 3, der Eisenbahnkreuzungsverordnung 2012 von den Verkehrsteilnehmer*innen wahrgenommen wird, wurde vom \u00d6AMTC sowie dem Austrian Institute of Technology (AIT) in der Erprobungsphase eingehend gepr\u00fcft. Das Ergebnis ist eindeutig: Den Befragten vor Ort ist keine Abweichung zu einer bekannten Rotlichtanlage aufgefallen. Nun zur Technik. Die VTS kommt mit nur zwei statt (maximal) acht Lichtzeichen aus. Es wurde hier erstmals eine Anlage speziell f\u00fcr Eisenbahnkreuzungen entwickelt, wo eine kleinere Stra\u00dfe die Schienen kreuzt und die Sichtbarkeit durch wenige Lichtzeichen gegeben ist. Zus\u00e4tzlich wird auch bei der Ausschaltstelle nur ein Sensor (statt bisher zwei) eingesetzt. Dadurch entfallen die In-\/Output-Komponenten in der Innenanlage f\u00fcr die Lichtsignale und Sensoren. Durch viele kleine Einzelma\u00dfnahmen spart man am Energieverbrauch, was wiederum den Einsatz einer Photovoltaikanlage erm\u00f6glicht. Die VTS verf\u00fcgt \u00fcber eine gro\u00dfe, redundant ausgef\u00fchrte Batterie, die einen autarken Betrieb von bis zu 30 Betriebstagen ohne zwischenzeitliche Batterieladung erm\u00f6glicht. Ist an der Eisenbahnkreuzung Strom vorhanden, kann die VTS auch an eine bestehende Stromleitung angeschlossen werden. Durch die Photovoltaikanlage und die Einsparung an technischen Komponenten sowie gesamt entfallenden Grabungsarbeiten, kostet die VTS nur 88.000 Euro und kann innerhalb einer Woche installiert werden. Bisher gebr\u00e4uchliche Rotlichtanlagen schlagen mit einer wesentlichen l\u00e4ngeren Bauzeit sowie Kosten von mindestens 180.000 Euro zu Buche. Die Kosteneinsparung kommt nicht nur uns als Bahnbetreiber zugute sondern auch den Stra\u00dfenerhaltern (meist Gemeinden), die rechtlich verpflichtet sind, die H\u00e4lfte der Kosten zu tragen. Innovativ an der neuen VTS ist das St\u00f6rungskonzept. Die VTS wird nicht wie bisher von der Betriebsf\u00fchrungszentrale in Laubenbachm\u00fchle geschalten, sondern vom Zug aus. Kann der Zug die VTS nicht ansteuern, tritt ein neuartiges Beschilderungssystem an der Strecke inkraft, demnach der Zug bei einer St\u00f6rung mit akustischen Signalen auf sich aufmerksam machen muss und die Eisenbahnkreuzung mit maximal 10 km\/h befahren darf. Die neue VTS geht am 1. Oktober bei der Eisenbahnkreuzung in der Rehsulz in den \u00fcberwachten Betrieb \u00fcber. Mit Fahrplanwechsel im Dezember werden noch zwei weitere VTS Anlagen entlang der Strecke unserer Citybahn Waidhofen in Betrieb gehen. \u201eMit der VTS Anlage schaffen wir eine Win-Win-Win Situation, denn wir k\u00f6nnen mehr Sicherungsanlagen zu geringeren Kosten errichten und sorgen dadurch f\u00fcr mehr Sicherheit an der Schnittstelle Schiene-Stra\u00dfe. Es gilt nun, die neuen VTS Anlagen in der neuen Verordnung f\u00fcr Eisenbahnkreuzungen als anerkannte Sicherungsart zu verankern. Hier hoffe ich auf einen starken Schulterschluss von Politik, Gemeinden und Interessensvertretungen\u201c, betont Nieder\u00f6sterreich Bahnen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Barbara Komarek. Mehr Neuigkeiten von den Nieder\u00f6sterreich Bahnen regelm\u00e4\u00dfig ins Postfach? 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