{"id":789,"date":"2019-11-07T10:02:27","date_gmt":"2019-11-07T09:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.niederoesterreichbahnen.at\/?p=789"},"modified":"2023-11-16T15:59:27","modified_gmt":"2023-11-16T14:59:27","slug":"heute-bin-ich-angekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.noevog.at\/index.php\/2019\/11\/07\/heute-bin-ich-angekommen\/","title":{"rendered":"\u201eHeute bin ich angekommen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Michael Heussler ist Lokf\u00fchrer mit Leib und Seele. Mit 46 Jahren ging sein Jugendtraum in Erf\u00fcllung und er wurde Lokf\u00fchrer bei der <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Mariazellerbahn (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.mariazellerbahn.at\" target=\"_blank\">Mariazellerbahn<\/a>. Im Interview erz\u00e4hlt er, wie toll sein Job ist, was er bei den <a href=\"http:\/\/www.noevog.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Nieder\u00f6sterreich Bahnen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Nieder\u00f6sterreich Bahnen<\/a> alles machen darf und warum er Tag f\u00fcr Tag Freude daran hat.  <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:21px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Michael-Heussler-1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-799\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> Michael Heussler begann als Quereinsteiger seine Ausbildung zum  Triebfahrzeugf\u00fchrer (Lokf\u00fchrer) bei den Nieder\u00f6sterreich Bahnen.   \u00a9NB\/Wegscheider  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:29px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-luminous-vivid-amber-color has-text-color\"><strong>Man merkt, dass du mit gro\u00dfem Elan bei der Arbeit\nbist. Was bedeutet Eisenbahn f\u00fcr dich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael Heussler:<\/strong> Die Eisenbahn hat mich schon immer interessiert. Als Kind war es das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fcck f\u00fcr mich, wenn der Schranken bei der Eisenbahnkreuzung unten war, denn dann konnte ich dem Zug beim Vorbeifahren zusehen. Nach der AHS-Matura habe ich Elektrotechnik studiert, um sp\u00e4ter bei einem Eisenbahnunternehmen arbeiten zu k\u00f6nnen. Doch das Studium war viel zu theoretisch und gar nicht praxistauglich. Also habe ich etwas ganz Anderes begonnen: Die Ausbildung zum Tanzlehrer \u2013 in diesem Job habe ich dann 25 Jahre gearbeitet. Der Virus Eisenbahn hat mich dabei aber nie ganz verlassen, denn meine Freizeit habe ich der Fotografie von Z\u00fcgen gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:26px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-luminous-vivid-amber-color has-text-color\"><strong>Wie kam dann der Wechsel zum Triebfahrzeugf\u00fchrer bzw.\nLokf\u00fchrer?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael Heussler:<\/strong> Ein Tanzsch\u00fcler hat mich zum Verein der Museumsbahn <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\u00d6tscherland Express (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.lokalbahnen.at\/bergstrecke\/\" target=\"_blank\">\u00d6tscherland Express<\/a> gebracht, wo ich seit 2008 \u201eherumzangeln\u201c und fahren darf. Der Job in der Tanzschule hat irgendwann keinen Spa\u00df mehr gemacht. Ich habe gek\u00fcndigt und mich am selben Tag bei den <a href=\"http:\/\/www.noevog.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Nieder\u00f6sterreich Bahnen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Nieder\u00f6sterreich Bahnen<\/a> beworben. Mit 46 Jahren habe ich mich also neu orientiert und bin Lokf\u00fchrer geworden. Eine wirklich gute Entscheidung, denn heute bin ich angekommen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:24px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-luminous-vivid-amber-color has-text-color\"><strong>Neben deinem Job bist du auch Lehrlokf\u00fchrer.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael Heussler:<\/strong> Ich habe schon immer gerne unterrichtet, deshalb war der Lehrlokf\u00fchrer der n\u00e4chste Schritt. Ich gebe mein Wissen gerne weiter. Dabei ist mir wichtig, dass die Leute gut ausgebildet werden und wissen, was sie tun.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:23px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-luminous-vivid-amber-color has-text-color\"><strong>Welche Voraussetzungen braucht man deiner Meinung\nnach, um Lokf\u00fchrer zu werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael Heussler:<\/strong> Wichtig ist, dass man keine Angst vor der Verantwortung hat. Denn es ist wie beim Autofahren \u2013 ich muss konzentriert fahren, um mich und meine InsassInnen zu sch\u00fctzen. Es braucht nat\u00fcrlich einen gesunden Respekt vor den Maschinen und der Technik. Anw\u00e4rterInnen m\u00fcssen zuverl\u00e4ssig sein und genau arbeiten, denn der Zug hat einen Fahrplan, der eingehalten werden muss. Als Lokf\u00fchrerIn ist man ein nicht unwichtiges R\u00e4dchen im System, denn ohne Lokf\u00fchrerIn f\u00e4hrt der Zug nicht. Technische Affinit\u00e4t, Teamf\u00e4higkeit und ein offenes Wesen sind sehr wichtig. Auch wenn man w\u00e4hrend seiner Dienstzeit alleine hier vorne im F\u00fchrerstand sitzt, hat man trotzdem Kundenkontakt und spricht auch mit den KollegInnen, die Dienst versehen. Wir sind ein ganz bunter Haufen mit verschiedenen Charakt\u00e4ren und k\u00f6nnen aber alle gut miteinander arbeiten. Wenn man dann noch das Gl\u00fcck hat und auf einer so wundersch\u00f6nen Strecke wie der <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Mariazellerbahn (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.mariazellerbahn.at\" target=\"_blank\">Mariazellerbahn<\/a> fahren darf, dann hat man wirklich jeden Tag Freude an der Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:21px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/2017_Fuehrerstand_c-Heussler2-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-793\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Ausblick vom F\u00fchrerstand der Himmelstreppe ist einmalig.  \u00a9NB\/Heussler<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-luminous-vivid-amber-color has-text-color\"><strong>Du bist ein Gr\u00fcndungsmitglied der Peer-Gruppe bei\nden Nieder\u00f6sterreich Bahnen. Woher kam die Idee dazu?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael Heussler:<\/strong> Ganz am Anfang meiner Laufbahn gab es einen schweren Unfall einer Lok mit einem Traktor auf der Mariazellerbahnstrecke. Ich habe dann kurz mit dem betroffenen Kollegen telefoniert und der gab das Telefon an die Dame vom Kriseninterventionsteam weiter. Sie wollte den Mann nicht alleine wissen und ihn an jemanden \u00fcbergeben, der sich um ihn k\u00fcmmert. Also bin ich von Wien raus zum Alpenbahnhof gefahren, wo ich ihn dann von ihr \u201e\u00fcbernahm\u201c. Ich habe aus dem Bauch heraus versucht, ihm zu helfen, ihn beiseite genommen und dann hat er von sich aus zu erz\u00e4hlen begonnen. Der Vorfall hat mich nat\u00fcrlich auch besch\u00e4ftigt, vor allem dahingehend, wie man mit solchen Vorf\u00e4llen in Zukunft umgehen kann. Ich bin dann im Internet auf das Peer-Konzept gesto\u00dfen und habe das kurze Zeit sp\u00e4ter mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ins Rollen gebracht. Gestartet sind wir mit sechs Peers (drei Frauen, drei M\u00e4nner), die sich in Krisenf\u00e4llen um die KollegInnen k\u00fcmmern. Denn wir Kollegen <em>(Anm.: engl. Peers)<\/em> wissen, wie der Job ist. Da muss man sich nach einer Krise nicht lange erkl\u00e4ren, sondern kann gleich beim Erlebten anfangen. Bald sind wir zehn Peers, die helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:26px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-luminous-vivid-amber-color has-text-color\"><strong>Zum Abschluss: Was m\u00f6chtest du unseren LeserInnen\nnoch mitgeben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong> Michael Heussler: <\/strong>Dass man sich im Gleisbereich mit K\u00f6pfchen bewegt und zwar dort, wo es erlaubt ist. Bei der <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Mariazellerbahn (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.mariazellerbahn.at\" target=\"_blank\">Mariazellerbahn<\/a> fahren wir nicht auf Sicht, wie es zum Beispiel ein Auto tut. Die Strecke ist in Abschnitte geteilt und wird nach der Fahranfrage von der Betriebsf\u00fchrungszentrale freigegeben. Somit d\u00fcrfen wir Lokf\u00fchrerInnen davon ausgehen, dass nichts auf den Gleisen liegt und fahren je nach Abschnitt eine Geschwindigkeit von bis zu 80 km\/h. Egal wie das Wetter ist \u2013 so ist es auch im Eisenbahngesetz erfasst. Bewegt man sich unerlaubt im Gleisbereich oder achtet nicht auf die Sicherungszeichen bei Eisenbahnkreuzungen, begibt man sich in gro\u00dfe Gefahr. Denn der Zug kann nicht von jetzt auf sofort stehen bleiben. Bei einer Vollbremsung mit 80 km\/h reden wir von einem ungef\u00e4hren Bremsweg von bis zu 300 Metern.<\/p>\n\n\n\n<p>      <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-very-light-gray-background-color has-background\"><em>Michael Heussler wohnt in Wien und ist seit 2011 Lokf\u00fchrer bei der Mariazellerbahn. Er lenkt neben der Himmelstreppe auch den \u00d6tscherb\u00e4r und andere Ger\u00e4te (au\u00dfer der Dampflok) auf der Strecke bis nach Mariazell. Privat: Er ist seit drei Jahren mit seinem Mann verpartnert und fotografiert in seiner Freizeit nach wie vor gerne Z\u00fcge, liest B\u00fccher oder wandert.<\/em> <em>N\u00e4chstes Jahr bringt er gemeinsam mit Markus Gregory einen Fotoband \u00fcber die Metamorphose der Mariazellerbahn in den vergangenen zehn Jahren heraus. Nach der Erscheinung erh\u00e4ltlich in unserem <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Online-Shop (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/webshop.noevog.at\/\" target=\"_blank\">Online-Shop<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.noevog.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_3374_MZB-Heussler-fein-2017-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-794\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Himmelstreppe, \u00d6tscherb\u00e4r, Bau- und Hilfsz\u00fcge darf Michael Heussler als Triebfahrzeugf\u00fchrer auf der Mariazellerbahnstrecke fahren.  \u00a9NB\/Heussler<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Ausbildung zum\/zur <\/strong><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Triebfahrzeugf\u00fchrerIn (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.noevog.at\/jobs\" target=\"_blank\"><strong>Triebfahrzeugf\u00fchrerIn<\/strong><\/a><strong> kann ab dem 21. Lebensjahr mit einem einwandfreien Leumund, technischem Grundverst\u00e4ndnis sowie der medizinischen und psychischen Eignung begonnen werden. Auch f\u00fcr QuereinsteigerInnen ist dies eine interessante Ausbildung. Erlernt werden die Grundlagen des Eisenbahnwesens, Dienstvorschriften und der Verschub. Die Strecken- und Ortskenntnis sowie verschiedene Zugtypen werden geschult. Bevor die Abschlusspr\u00fcfung abgelegt werden kann, m\u00fcssen 110 Stunden Praxis nachgewiesen werden. Die Nieder\u00f6sterreich Bahnen bilden Triebfahrzeugf\u00fchrerInnen f\u00fcr Elektro-, Diesel- und Dampfloks (Schmalspur) aus. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:33px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Neuigkeiten von den Nieder\u00f6sterreich Bahnen regelm\u00e4\u00dfig ins Postfach? Hier f\u00fcr unseren Newsletter anmelden: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.noevog.at\/newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Zur Anmeldung<\/strong><\/a><strong>. <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Heussler ist Lokf\u00fchrer mit Leib und Seele. Mit 46 Jahren ging sein Jugendtraum in Erf\u00fcllung und er wurde Lokf\u00fchrer bei der Mariazellerbahn. Im Interview erz\u00e4hlt er, wie toll sein Job ist, was er bei den Nieder\u00f6sterreich Bahnen alles machen darf und warum er Tag f\u00fcr Tag Freude daran hat. Man merkt, dass du mit gro\u00dfem Elan bei der Arbeit bist. Was bedeutet Eisenbahn f\u00fcr dich? Michael Heussler: Die Eisenbahn hat mich schon immer interessiert. Als Kind war es das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fcck f\u00fcr mich, wenn der Schranken bei der Eisenbahnkreuzung unten war, denn dann konnte ich dem Zug beim Vorbeifahren zusehen. Nach der AHS-Matura habe ich Elektrotechnik studiert, um sp\u00e4ter bei einem Eisenbahnunternehmen arbeiten zu k\u00f6nnen. Doch das Studium war viel zu theoretisch und gar nicht praxistauglich. Also habe ich etwas ganz Anderes begonnen: Die Ausbildung zum Tanzlehrer \u2013 in diesem Job habe ich dann 25 Jahre gearbeitet. Der Virus Eisenbahn hat mich dabei aber nie ganz verlassen, denn meine Freizeit habe ich der Fotografie von Z\u00fcgen gewidmet. Wie kam dann der Wechsel zum Triebfahrzeugf\u00fchrer bzw. Lokf\u00fchrer? Michael Heussler: Ein Tanzsch\u00fcler hat mich zum Verein der Museumsbahn \u00d6tscherland Express gebracht, wo ich seit 2008 \u201eherumzangeln\u201c und fahren darf. Der Job in der Tanzschule hat irgendwann keinen Spa\u00df mehr gemacht. Ich habe gek\u00fcndigt und mich am selben Tag bei den Nieder\u00f6sterreich Bahnen beworben. Mit 46 Jahren habe ich mich also neu orientiert und bin Lokf\u00fchrer geworden. Eine wirklich gute Entscheidung, denn heute bin ich angekommen. Neben deinem Job bist du auch Lehrlokf\u00fchrer. Michael Heussler: Ich habe schon immer gerne unterrichtet, deshalb war der Lehrlokf\u00fchrer der n\u00e4chste Schritt. Ich gebe mein Wissen gerne weiter. Dabei ist mir wichtig, dass die Leute gut ausgebildet werden und wissen, was sie tun. Welche Voraussetzungen braucht man deiner Meinung nach, um Lokf\u00fchrer zu werden? Michael Heussler: Wichtig ist, dass man keine Angst vor der Verantwortung hat. Denn es ist wie beim Autofahren \u2013 ich muss konzentriert fahren, um mich und meine InsassInnen zu sch\u00fctzen. Es braucht nat\u00fcrlich einen gesunden Respekt vor den Maschinen und der Technik. Anw\u00e4rterInnen m\u00fcssen zuverl\u00e4ssig sein und genau arbeiten, denn der Zug hat einen Fahrplan, der eingehalten werden muss. Als Lokf\u00fchrerIn ist man ein nicht unwichtiges R\u00e4dchen im System, denn ohne Lokf\u00fchrerIn f\u00e4hrt der Zug nicht. Technische Affinit\u00e4t, Teamf\u00e4higkeit und ein offenes Wesen sind sehr wichtig. Auch wenn man w\u00e4hrend seiner Dienstzeit alleine hier vorne im F\u00fchrerstand sitzt, hat man trotzdem Kundenkontakt und spricht auch mit den KollegInnen, die Dienst versehen. Wir sind ein ganz bunter Haufen mit verschiedenen Charakt\u00e4ren und k\u00f6nnen aber alle gut miteinander arbeiten. Wenn man dann noch das Gl\u00fcck hat und auf einer so wundersch\u00f6nen Strecke wie der Mariazellerbahn fahren darf, dann hat man wirklich jeden Tag Freude an der Arbeit. Du bist ein Gr\u00fcndungsmitglied der Peer-Gruppe bei den Nieder\u00f6sterreich Bahnen. Woher kam die Idee dazu? Michael Heussler: Ganz am Anfang meiner Laufbahn gab es einen schweren Unfall einer Lok mit einem Traktor auf der Mariazellerbahnstrecke. Ich habe dann kurz mit dem betroffenen Kollegen telefoniert und der gab das Telefon an die Dame vom Kriseninterventionsteam weiter. Sie wollte den Mann nicht alleine wissen und ihn an jemanden \u00fcbergeben, der sich um ihn k\u00fcmmert. Also bin ich von Wien raus zum Alpenbahnhof gefahren, wo ich ihn dann von ihr \u201e\u00fcbernahm\u201c. Ich habe aus dem Bauch heraus versucht, ihm zu helfen, ihn beiseite genommen und dann hat er von sich aus zu erz\u00e4hlen begonnen. Der Vorfall hat mich nat\u00fcrlich auch besch\u00e4ftigt, vor allem dahingehend, wie man mit solchen Vorf\u00e4llen in Zukunft umgehen kann. Ich bin dann im Internet auf das Peer-Konzept gesto\u00dfen und habe das kurze Zeit sp\u00e4ter mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ins Rollen gebracht. Gestartet sind wir mit sechs Peers (drei Frauen, drei M\u00e4nner), die sich in Krisenf\u00e4llen um die KollegInnen k\u00fcmmern. Denn wir Kollegen (Anm.: engl. Peers) wissen, wie der Job ist. Da muss man sich nach einer Krise nicht lange erkl\u00e4ren, sondern kann gleich beim Erlebten anfangen. Bald sind wir zehn Peers, die helfen k\u00f6nnen. Zum Abschluss: Was m\u00f6chtest du unseren LeserInnen noch mitgeben? Michael Heussler: Dass man sich im Gleisbereich mit K\u00f6pfchen bewegt und zwar dort, wo es erlaubt ist. Bei der Mariazellerbahn fahren wir nicht auf Sicht, wie es zum Beispiel ein Auto tut. Die Strecke ist in Abschnitte geteilt und wird nach der Fahranfrage von der Betriebsf\u00fchrungszentrale freigegeben. Somit d\u00fcrfen wir Lokf\u00fchrerInnen davon ausgehen, dass nichts auf den Gleisen liegt und fahren je nach Abschnitt eine Geschwindigkeit von bis zu 80 km\/h. Egal wie das Wetter ist \u2013 so ist es auch im Eisenbahngesetz erfasst. Bewegt man sich unerlaubt im Gleisbereich oder achtet nicht auf die Sicherungszeichen bei Eisenbahnkreuzungen, begibt man sich in gro\u00dfe Gefahr. Denn der Zug kann nicht von jetzt auf sofort stehen bleiben. Bei einer Vollbremsung mit 80 km\/h reden wir von einem ungef\u00e4hren Bremsweg von bis zu 300 Metern. Michael Heussler wohnt in Wien und ist seit 2011 Lokf\u00fchrer bei der Mariazellerbahn. Er lenkt neben der Himmelstreppe auch den \u00d6tscherb\u00e4r und andere Ger\u00e4te (au\u00dfer der Dampflok) auf der Strecke bis nach Mariazell. Privat: Er ist seit drei Jahren mit seinem Mann verpartnert und fotografiert in seiner Freizeit nach wie vor gerne Z\u00fcge, liest B\u00fccher oder wandert. N\u00e4chstes Jahr bringt er gemeinsam mit Markus Gregory einen Fotoband \u00fcber die Metamorphose der Mariazellerbahn in den vergangenen zehn Jahren heraus. Nach der Erscheinung erh\u00e4ltlich in unserem Online-Shop. Die Ausbildung zum\/zur Triebfahrzeugf\u00fchrerIn kann ab dem 21. Lebensjahr mit einem einwandfreien Leumund, technischem Grundverst\u00e4ndnis sowie der medizinischen und psychischen Eignung begonnen werden. Auch f\u00fcr QuereinsteigerInnen ist dies eine interessante Ausbildung. Erlernt werden die Grundlagen des Eisenbahnwesens, Dienstvorschriften und der Verschub. Die Strecken- und Ortskenntnis sowie verschiedene Zugtypen werden geschult. Bevor die Abschlusspr\u00fcfung abgelegt werden kann, m\u00fcssen 110 Stunden Praxis nachgewiesen werden. Die Nieder\u00f6sterreich Bahnen bilden Triebfahrzeugf\u00fchrerInnen f\u00fcr Elektro-, Diesel- und Dampfloks (Schmalspur) aus. Mehr Neuigkeiten von den Nieder\u00f6sterreich Bahnen regelm\u00e4\u00dfig ins Postfach? 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